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LASIK oder Add-On

Wie unterscheiden sich Lasik und Add-On?

Bei Lasik werden Fehlsichtigkeiten an der Oberfläche des Auges korrigiert; die Hornhaut wird gewissermaßen "umgeschliffen".
Schon vor über 10 Jahren hat man versucht, ein "Nahteil" in die Hornhaut zu lasern - also eine Art Gleitsichtbrille im Auge; diese Versuche sind allesamt gescheitert; 2009 wurde ein neues System mit lasern eines zentralen Nahteils und ringförmig darum angeordneten Fernteils vermarktet. Der experimentelle Ansatz ist wohl interessant; für uns sind die Ergebnisse aber wenig überzeugend. Ein anderer Ansatz ist das eingravieren von Diffraktionsringen in die Hornhaut mit einem Femtosekundenlaser. Das System ist der diffraktiven Optik des AddOn änlich. Doch auch hier scheint die optische Qualität nicht ausreichend gut zu sein und das Verfahren ist nicht reversibel.
Nach einer Lasik kann nur der ohne Lesebrille lesen, der noch jung genug ist, also bis zum Alter von etwa 43 Jahren.

AddOn  bedeutet den Austausch der körpereigenen, gealterten Linse gegen zwei neue Kunststofflinsen. Nach unserer Erfahrung ist die Kunstlinsenoptik etwa ab dem 48. Lebensjahr der natürlich akkomodierenden Linse überlegen.

Lasik ist also nicht in der Lage, Alterssichtigkeit zu korrigieren.
AddOn ist aber in der Lage, Alterssichtigkeit zu beseitigen.

AddOn-Linsen nutzen im Auge das optische Prinzip der "Diffraktion" (Beugung):
Auf der Linse sind feinste Ringe eingefräst, die unterschiedliche Abstände haben und als "Spalt" wirken.
Die "Beugung am Spalt" bewirkt eine Teilung des Lichtes in Ferne und Nähe.
Es handelt sich also um eine Bifokaloptik (Zweistärkenoptik) mit zwei Brennpunkten, und zwar in 35 cm Entfernung und unendlich.
Der Zwischenbereich, etwa 1 m Entfernung, ist noch ausreichend scharf abgebildet, aber nicht so gestochen scharf wie Nähe und Ferne. Diese Tiefenschärfe des Nahteils ist individuell unterschiedlich! Vorher weitsichtige Patienten haben meist eine gute, große Tiefenschärfe. Sie berichten oft, daß das sehen in allen Entfernungen gleich gut ist und sie keinerlei Einschränkung wie auch immer bemerken. Vorher Kurzsichtige haben öfter eine geringe Tiefenschärfe, bedingt durch eingeübte Bildverarbeitung im Gehirn; der Computerbildschirm in 90cm Entfernung ist dann einfach zu weit weg.Ein kleinerer Monitor, näher herangerückt, wäre hier eine bessere Alternative.
Nahe und weite Objekte werden übrigens simultan scharf gesehen, wie bei einer Kamera mit kleiner Blende. Eigenes "fokussieren" ist nicht erforderlich.

Staroperation nach Lasik:
Altersbedingte Linsentrübungen nehmen ab dem 50. Lebensjahr langsam zu. Nach Lasik haben wir möglicherweise das Problem, den "grauen Star" mit der gleichen Präzision zu behandeln wie gewohnt; die Hornhautform wurde verändert und die Messwerte sind ungenauer. Bei den mit Lasik vorbehandelten Patienten mit AddOn- Wunsch empfehlen wir deshalb eine zweizeitige Operation:
Erst wird die "Basislinse" implantiert; mit dem späteren Einsetzen der 2. Linse besteht dann eine zusätzliche Feinkorrektur- Möglichkeit.

Lasik zur Korrektur von verbliebenen Rest- Sehfehlern:
Wenn geringe Rest- Fehlsichtigkeiten nach AddOn noch vorhanden sind, können diese durch Austausch der vorderen Linse oder auch durch Lasik oder andere Lasermethoden feinkorrigiert werden. Diese Korrekturen sind sehr gut durchführbar und sind im Paket der AddOn - Korrektur preislich inbegriffen.

AddOn  macht die Dauerlösung aller optischen Probleme möglich.

Noch ein Hinweis zu Dämmerungssehen:
Da ein geringerer Teil des Lichtes zum lesen "abgezweigt" wird, ist ausreichendes Licht zum lesen erforderlich. Beim lesen im Dämmerlicht kann eine Lesehilfe von ca. 2 Dioptrien als Trick verwendet werden, um mit dem Fernteil des Add-On noch in der Nähe scharf sehen zu können. Diffraktive Linsen hatten früher den Nachteil, nachts halo´s (Höfe) und Streifen durch Lichter zu erzeugen. Halo´s werden beim AddOn zwar wahrgenommen, aber nicht mehr als störend empfunden. Bei Patienten über 55 waren sie zudem altersbedingt vor der OP teilweise ausgeprägter als nach dem Eingriff. Der Halo ist nur um sehr kleine Lichter, z.B. Halogen- Autoscheinwerfer im dunkeln auf 100 Schritt, zu sehen. Man muß sich den halo als feinen Heiligenschein  um ein kleines Lich vorstellen. Die Größe ist etwa 8cm Durchmesser auf 5m Entfernung.Andere Lichtstreuphänomene wie "starburst" (Streifen durch Lichter) in der Dämmerung sind durch technische Verbesserung der Linsen praktisch verschwunden.